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Rückblick auf das 9. Praxisforum Akutpsychiatrie

Rückblick auf das Praxisforum Akutpsychiatrie 2026: Neue Perspektiven, intensiver Austausch und starke Impulse

22.04.2026 | Allgemein

Liebe Freund:innen des Praxisforums, liebe Kolleg:innen,

zwei intensive und bereichernde Tage im Harnack-Haus in Berlin liegen hinter uns – Tage, die einmal mehr gezeigt haben, wie viel Bewegung, Reflexion und Engagement in der Akutpsychiatrie steckt.

Bereits zum Auftakt wurde deutlich, worum es in diesem Jahr unter dem Leitthema „Ungesehene Perspektiven“ ging: um die Frage, was wir sehen – und was vielleicht nicht. Welche Perspektiven von Patient:innen, Angehörigen oder Mitarbeitenden bleiben ungehört? Und wie können wir gerade in komplexen und herausfordernden Situationen neue Zugänge finden?

In den Vorträgen wurden zentrale Themen der Versorgung aufgegriffen und weitergedacht: von der Zusammenarbeit mit Menschen in ersten psychotischen Episoden über neue Zugänge zum Verständnis von Suizidalität bis hin zu grundlegenden Fragen von Selbstbestimmung, Zwang und therapeutischer Beziehung. Auch strukturelle Herausforderungen wurden intensiv diskutiert – etwa die deutlich reduzierte Lebenserwartung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen oder die Wirkung von Stigmatisierung innerhalb und außerhalb des Versorgungssystems.

Die Workshops boten Raum für konkrete, praxisnahe Auseinandersetzungen. Hier ging es unter anderem um Recovery aus gelebter Erfahrung, Therapie im Stationsalltag, ethische Entscheidungsprozesse, Deeskalation und den Umgang mit Gewalt, DBT-Ansätze in akuten Krisen sowie um die Versorgung spezifischer Patient:innengruppen, etwa trans* Personen. Auch Fragen zu Arbeitsbedingungen und Belastungen im Klinikalltag – wie Moral Distress oder neue Arbeitszeitmodelle in der Pflege – fanden ihren Platz.

Besonders spürbar war dabei die hohe Qualität und das Engagement der Beiträge sowie der offene Austausch zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen und Einrichtungen. Das Praxisforum hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll dieser gemeinsame Raum ist: für Perspektivwechsel, für kritische Diskussionen und für das gemeinsame Weiterdenken von Akutpsychiatrie.

Neben dem fachlichen Programm waren es auch die Begegnungen, die diese Tage geprägt haben: Gespräche zwischen den Vorträgen, das Wiedersehen mit bekannten Kolleg:innen und das Knüpfen neuer Kontakte. Das Harnack-Haus bot dafür erneut einen besonderen Rahmen – einen Ort, der Austausch ermöglicht und Verbindung schafft.

Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des Quente-Preises, mit dem innovative Projekte in der akutpsychiatrischen Versorgung ausgezeichnet werden. Die Einblicke in die ausgezeichnete Arbeit werden wir in Kürze noch einmal gesondert vorstellen.

Unser herzlicher Dank gilt allen, die das Praxisforum möglich gemacht haben – den Referent:innen, Workshopleitenden, Teilnehmenden sowie allen, die im Hintergrund organisiert und unterstützt haben. Ihr Engagement, Ihre Offenheit und Ihre Bereitschaft zum Austausch machen das Praxisforum zu dem, was es ist.

Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Praxisforum Akutpsychiatrie 2027 am 15. / 16. April 2027 in Zürich.

 

Herzliche Grüße
Lieselotte Mahler, Ina Jarchov-Jádi & Matthias Jäger