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Gut begleitet im TWW – auch nach der Entlassung: Das Offene Treffen für Patient:innen

Manchmal endet ein stationärer Aufenthalt – und mit ihm der vertraute Kontakt zu Menschen, die einen durch eine schwere Zeit begleitet haben. Gerade nach der Entlassung entsteht dann oft eine Lücke: Fragen bleiben, Erfahrungen wirken nach, und der Austausch, der während der Behandlung selbstverständlich war, bricht ab.

10.03.2026 | Allgemein

Genau hier setzt das Offene Treffen der Genesungsbegleitung in den Kliniken im Theodor-Wenzel-Werks (TWW) an. Er richtet sich an ehemalige und aktuelle Patient:innen und ist bewusst niedrigschwellig gestaltet: offen, freiwillig und ohne Erwartungen. Es gibt keine feste Agenda, keinen Therapieauftrag. Die Themen entstehen aus dem Moment heraus – aus dem, was die Menschen gerade bewegt.

Was dieses Treffen besonders macht, ist seine Haltung. Profis und Betroffene begegnen sich hier gleichwertig auf Augenhöhe. Rollen, die im Klinikalltag klar definiert sind, dürfen sich verschieben. Das schafft Raum für ungewohnte Perspektiven und einen Austausch, der nicht von Funktion oder Diagnose geprägt ist, sondern von Erfahrung, Stabilität und gegenseitigem Respekt.

Auch Genesungsbegleiter B. Sakar betont diesen Ansatz:
„Das Offene Treffen ermöglicht Betroffenen und Behandelnden nach gemeinsam im TWW erlebter Krisenbewältigung eine Begegnung auf Augenhöhe.“

Für Anke Frey, Leitung der Genesungsbegleitung, liegt ein besonderer Wert des Treffens darin, dass Recovery hier sichtbar wird – für alle Beteiligten. Gerade für Behandelnde bietet das Offene Treffen die Möglichkeit, Menschen mit zeitlichem Abstand zur Krise zu begegnen und zu sehen, wie sich ihr Weg weiterentwickelt hat. Diese Erfahrungen können die eigene Arbeit bestätigen und erlebbar machen, dass Unterstützung auch über die akute Behandlungsphase hinaus Wirkung entfaltet. Gleichzeitig können aktuelle Patient:innen sehen, wie es Menschen heute geht, die selbst vor einiger Zeit in einer schweren Krise steckten – ein Ausblick, der Mut machen kann.

In dieser offenen Atmosphäre entsteht zudem etwas, das im oft eng getakteten Klinikalltag kaum Platz findet: Gelöstheit, Spontanität und eine gewisse Offenheit. Gespräche dürfen ungezwungen sein, verbindend wirken und entlasten – sei es durch Zuhören, Erzählen oder einfach durch das gemeinsame Dasein.

Ein weiteres zentrales Anliegen des Offenen Treffens ist es, auch nach dem Abschluss einer Krisenzeit einen Anschluss zu ermöglichen. Viele Teilnehmende nutzen den Raum, um auf ihren gelungenen Recovery-Prozess zurückzublicken und sich der eigenen Stabilität nach der Entlassung zu vergewissern. Gleichzeitig bleibt das Treffen ein niederschwelliger Zugang für den Fall, dass sich erneut eine Krise ankündigt.

Wie B. Sakar ergänzt, bietet der Treff genau diese Möglichkeit: eine niederschwellige Option, um in schwierigen Zeiten zu prüfen, ob das TWW wieder in irgendeiner Weise unterstützen kann.

Kurz & übersichtlich

Was?
Offenes Treffen der Genesungsbegleitung zum freiwilligen Austausch und zur Begegnung auf Augenhöhe

Für wen?
Ehemalige und aktuelle Patient:innen aus PIA, Tageskliniken und allen Stationen
Auch interessierte Mitarbeitende sind herzlich eingeladen

Wann?
Jeden 3. Freitag im Monat
15:00–16:30 Uhr

Wo?
Im Sommer: Theos Farm
Sonst: Raum der Genesungsbegleitung (E 2.121)

Wer?
Genesungsbegleitung der Kliniken im TWW
Verantwortlich: B. Sakar & Anke Frey

Anmeldung (wenn möglich): genesungsbegleitung@tww-berlin.de

Für Kaffee, Kuchen und eine offene Atmosphäre ist gesorgt.