Allgemein

Psychosoziale Krisenbegleitung im TWW

Krisen kann man besser bewältigen, wenn man sie teilt.

Psychosoziale Krisenbegleitung (PSK) ist ein freiwilliges Unterstützungsangebot für Mitarbeitende des Theodor-Wenzel-Werks (TWW) nach besonders belastenden Situationen. Anfang 2025 haben wir dieses Angebot in unseren Kliniken eingeführt. Ob nach einem aggressiven Vorfall, einer verbalen Attacke oder einem anderen traumatischen Ereignis am Arbeitsplatz – solche Erlebnisse können emotional stark belasten und noch lange nachwirken. Die psychosoziale Krisenbegleitung stellt sicher, dass niemand mit diesen Erfahrungen allein bleiben muss.

29.08.2025 | Allgemein

Was ist psychosoziale Krisenbegleitung und warum ist sie so wichtig?

Konkret bedeutet psychosoziale Krisenbegleitung: Unterstützung nach extrem belastenden Vorfällen. Das können beispielsweise verbale oder körperliche Übergriffe sein, die Beschäftigte im Klinikalltag erleben. Solche Situationen lassen kaum jemanden unberührt – sie können Angst auslösen, an der eigenen Sicherheit zweifeln lassen und im schlimmsten Fall langfristige seelische Folgen haben. Hier setzt die Krisenbegleitung an: Geschulte Ansprechpersonen stehen bereit, um über das Erlebte zu sprechen, Orientierung zu geben und gemeinsam Wege zur Bewältigung zu finden.

Dieses Unterstützungsangebot ist Teil eines umfassenden Schutzkonzepts, das speziell für unsere Kliniken weiterentwickelt wurde. Es soll dazu beitragen, dass sich unsere Mitarbeitenden auch nach schweren Vorfällen gut aufgefangen fühlen. Perspektivisch werden wir das Konzept sogar auf unsere Pflegeeinrichtungen ausweiten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten täglich Großartiges für ihre Patient:innen – umso wichtiger ist es, dass sie nach belastenden Ereignissen die Unterstützung erfahren, die sie verdienen. Ein gutes Nachsorgeangebot ist hier das Mindeste.

Wer sind unsere Krisenbegleiter:innen?

Im Januar 2025 haben 19 Mitarbeitende die Qualifizierung zur Krisenbegleitung abgeschlossen. Die Krisenbegleiter:innen sind keine Therapeut:innen, sondern Kolleg:innen aus verschiedensten Berufsgruppen – etwa aus Pflege, Medizin oder Verwaltung. Sie hören zu, geben Orientierung und helfen, die nächsten Schritte zu finden. Bei Bedarf vermitteln sie weiterführende Hilfsangebote. Ihr Einsatz erfolgt zusätzlich zu ihrer eigentlichen Arbeit, und sie stehen ihren Kolleg:innen bei Bedarf flexibel zur Seite.

Was motiviert unsere Krisenbegleiter:innen zu diesem Engagement? Ein Blick in das Team zeigt, dass alle den gleichen Grundgedanken teilen: Sie möchten für andere da sein. Eine Krisenbegleiterin bringt es auf den Punkt:

„Jeder Mensch geht durch Höhen und Tiefen, und es ist erfahrungsgemäß deutlich leichter und heilsamer, dabei nicht allein zu sein.“

Ein Teammitglied berichtet aus eigener Erfahrung:

„Da mir selbst schon mal ein tätlicher Übergriff widerfahren ist und ich in dieser Situation von meinen Kolleg:innen aufgefangen wurde, möchte ich auch für andere da sein.“

Diese persönlichen Eindrücke zeigen, was hinter dem Projekt steckt: Kollegiale Unterstützung auf Augenhöhe. Die Krisenbegleiter:innen wissen aus eigener Erfahrung, wie wichtig Zusammenhalt im Team ist. Sie engagieren sich, damit niemand in einer Krise ohne Orientierung oder Beistand bleibt.

Strukturiert helfen – auch im Ernstfall

Trotz der menschlichen Nähe erfolgt die Hilfe nicht unkoordiniert, sondern nach klaren Richtlinien. Im TWW gibt es eine interne Verfahrensanweisung, die genau regelt, wie nach einem Vorfall gehandelt wird. Vom unmittelbaren Erstgespräch bis zur weiterführenden Betreuung ist jeder Schritt festgelegt. So wird sichergestellt, dass im Ausnahmefall nichts Wichtiges übersehen wird und Betroffene schnell die passende Unterstützung erhalten. Führungskräfte und Kolleg:innen wissen, was zu tun ist, und die Krisenbegleiter:innen können effizient eingebunden werden. Dadurch greift im Ernstfall ein eingespieltes System, das Stabilität gibt und zur Entlastung beiträgt.

Fazit

Mit der psychosozialen Krisenbegleitung setzt das TWW ein Zeichen für eine professionelle und mitfühlende Unternehmenskultur. Das Wohl der Mitarbeitenden steht im Mittelpunkt – niemand soll nach einem belastenden Vorfall allein gelassen werden. Dieses niedrigschwellige Angebot macht Mut, Hilfe anzunehmen, und es stärkt den Zusammenhalt unter Kolleg:innen. Jeder und jede von uns kann betroffen sein – aber niemand muss allein damit umgehen.