Diagnose: Kopfsache? – Zwei neue Folgen über Essstörungen
In zwei neuen Folgen unseres TWW-Podcasts „Diagnose: Kopfsache?“ sprechen wir über Magersucht und Bulimie – zwei Essstörungen, die sich sehr unterschiedlich zeigen und doch einiges gemeinsam haben.
Warum hungern Menschen, obwohl ihr Körper längst Nahrung braucht? Warum erleben sich Betroffene als zu dick, obwohl sie stark untergewichtig sind? Und warum kann eine Bulimie über Jahre unentdeckt bleiben? Essstörungen sind weit mehr als ein auffälliges Essverhalten. Sie sind schwere psychische Erkrankungen, die Körper, Gedanken und Gefühle beeinflussen können.
In zwei Folgen von „Diagnose: Kopfsache?“ spricht Moderatorin Claudia Noack mit Chefärztin Birgit Jänchen-van der Hoofd und Oberärztin Dr. Hannah Göhler aus der Psychosomatischen Klinik des TWW darüber, was hinter Magersucht und Bulimie steckt, wie sie behandelt werden und warum es gute Gründe gibt, Betroffenen Mut zu machen.
Magersucht: Wenn Essen zum Gegner wird – und wie Hilfe möglich wird
In der ersten Folge steht die Magersucht (Anorexie) im Mittelpunkt. Die beiden Expertinnen erklären, warum Betroffene ihren Körper häufig völlig anders wahrnehmen als ihr Umfeld und welche Rolle unter anderem Selbstwert, Kontrolle, Leistungsdruck und belastende Erfahrungen spielen können.
Dabei geht es auch um die erheblichen körperlichen Folgen der Erkrankung und um die Frage, wie Magersucht in der Psychosomatik des TWW behandelt wird. Denn eine erfolgreiche Therapie umfasst weit mehr als die Gewichtszunahme: Entscheidend ist auch zu verstehen, was hinter der Erkrankung steckt und welche Funktion sie für die Betroffenen übernommen hat.
Bulimie: Wenn Essen zum Kreislauf wird – und wie der Weg heraus gelingen kann
Die zweite Folge widmet sich einer Essstörung, die häufig lange unsichtbar bleibt. Menschen mit Bulimie sind oftmals normalgewichtig, ihr Alltag läuft nach außen scheinbar weiter wie gewohnt. Im Verborgenen erleben viele jedoch einen Kreislauf aus Essanfällen, Kontrollverlust, Scham und dem Versuch, das Gegessene wieder auszugleichen.
Birgit Jänchen-van der Hoofd und Dr. Hannah Göhler erklären, welche Funktion Essanfälle haben können, warum Scham, Selbstwert und der Umgang mit schwierigen Gefühlen eine so große Rolle spielen und welche gesundheitlichen Folgen die Erkrankung haben kann. Außerdem geht es darum, wie Angehörige sensibel reagieren können und wie die Behandlung Betroffenen dabei helfen kann, andere Wege im Umgang mit Gefühlen und Konflikten zu finden. Auch die Abgrenzung zur Binge-Eating-Störung wird kurz thematisiert.
Heilung ist möglich
Eine Botschaft zieht sich durch beide Folgen: Essstörungen sind behandelbar und Heilung ist möglich. Dabei geht es nicht darum, nie wieder schwierige Gefühle zu erleben oder über Essen und den eigenen Körper nachzudenken. Entscheidend ist, dass die Essstörung das Leben nicht mehr bestimmt.
Mit den beiden Folgen möchte „Diagnose: Kopfsache?“ dazu beitragen, Magersucht und Bulimie besser zu verstehen, Warnzeichen ernst zu nehmen und Betroffenen wie Angehörigen Mut zu machen, sich Unterstützung zu suchen.
Diese und weitere Folgen von „Diagnose: Kopfsache?“ erscheinen auf allen gängigen Podcast-Portalen.
Mehr Informationen zum TWW-Podcast und zu allen Folgen: https://www.tww-berlin.de/gesundheitspodcast/
