Ergotherapie bedarf der ärztlichen Verordnung. Sie wird auf allen Stationen der Klinik angeboten und in Einzel- und Gruppenbehandlungen durchgeführt. Ergotherapie (griech. ergein: tun, arbeiten, handeln) geht davon aus, dass Tätigkeit ein menschliches Grundbedürfnis ist und eine therapeutische Wirkung hat. Das Ziel ist, Fähigkeiten zu erwerben oder wiederzuerlangen, um die Anforderungen und Belastungen des Alltags und der Arbeitswelt besser bewältigen zu können.
Im Bereich der Neurologie arbeitet die Ergotherapie nach motorisch-funktionellen Behandlungskonzepten von Bobath oder Johnstone sowie sensomotorisch-perzeptiven Behandlungskonzepten von Affolter oder Perfetti. Zum Standard der Ergotherapie gehören auch Hirnleistungstraining, ADL-Training (activity of daily living) und Hilfsmittelberatung, -versorgung und –training.
Für die Abteilungen Psychiatrie und Psychotherapie I/ II bedient sich die Ergotherapie einer Vielzahl von handwerklichen, gestalterischen, kognitiven und anderen Mitteln und Methoden.
In den gut ausgestatteten Räumen der Ergotherapie steht ein breites Spektrum unterschiedlicher Materialien und künstlerisch kreativer Mittel und Methoden zur Verfügung. Anhand dieser Materialien und verschiedener Techniken hat der Patient die Möglichkeit, mit Unterstützung durch den Therapeuten aktiv zu werden, sich selbst dabei wahrzunehmen und zu erproben, Stärken zu entdecken, Konflikte zu thematisieren und das Erlebte zu reflektieren. In unterschiedlichen Gruppen wird der Schwerpunkt entweder auf die kompetenzzentrierte, die ausdruckszentrierte oder die interaktionell zentrierte Methode gelegt. Für kognitives Training werden verschiedene kognitive Übungsmittel (z. B. am PC) angewandt.
In der Abteilung für Psychosomatische Medizin beginnt die Therapie mit einem persönlichen Vorgespräch, um sich kennen zu lernen. Manchmal ergibt sich in diesem Gespräch schon eine Zielsetzung für die Zeit in der Ergotherapie. In den darauf folgenden Gruppenstunden stehen verschiedene Gestaltungstechniken zur Wahl, die es ermöglichen, Phantasien, Wünsche und Gedanken sichtbar zu machen.
Das Material spiegelt in seiner Dreidimensionalität immer auch einen Teil des inneren Prozesses wider. Durch strukturgebende Hilfestellungen können neue Handlungsweisen im Umgang mit dem Material und dadurch auch mit sich selbst ausprobiert werden. Die Therapeutin unterstützt dabei nicht nur auf der kreativen Ebene, sondern begleitet den Gestaltungsprozess und die damit verbundenen Gedanken und Befindlichkeiten auch auf der Gesprächsebene. Gemeinsam können Strategien erarbeitet werden, die neue Erfahrungen und einen anderen Umgang mit sich und seinem Umfeld möglich machen.




